Was der Hub leistet
- 87 Datenbanken
- 42 mit Live-Suche
- 11 Rubriken
- 156 Glossarbegriffe
- täglich 6 Uhr aktualisiert
Kaum ein Thema ist so weit über die Fächergrenzen verstreut wie dieses — und in kaum einem
liegen die Quellen so weit auseinander. PubMed und Embase decken die medizinische Literatur ab,
Cochrane und Epistemonikos die Evidenzsynthesen. Die Methodenarbeiten dagegen erscheinen dort
gar nicht: Die Informatik veröffentlicht auf Konferenzen und als Preprint, bei IEEE, ACM, arXiv
und dblp, oft Monate vor jeder Zeitschrift. Die Modelle und Datensätze selbst liegen wieder
woanders — auf Hugging Face, bei PhysioNet, in FHIR-Profilverzeichnissen. Und ein großer Teil
dessen, was hierzulande gilt, steht überhaupt nicht in der Wissenschaft, sondern bei gematik,
BfArM, G-BA und in der KI-Verordnung der EU. Eine einzige Fragestellung sauber zu recherchieren
bedeutet in der Praxis, denselben Suchbegriff ein Dutzend Mal in ein Dutzend verschiedene
Suchmasken zu tippen.
Der Knowledge-Hub löst das mit einem schlichten Prinzip: ein Suchbegriff,
eingegeben an einer Stelle. Mit dem Absenden stellen sich sämtliche Datenbankkacheln
darauf ein; ein Klick führt direkt in die fertige Trefferliste der jeweiligen Datenbank, in
einem neuen Tab, ohne erneute Eingabe.
Live-Suche, Portal, Lizenz
Nicht jede Datenbank lässt sich gleich ansteuern, und der Hub macht das sichtbar, statt es
zu verschweigen:
- Live-Suche (42 Datenbanken) — der Klick führt unmittelbar in die
Trefferliste.
- Portal (34) — Angebote wie LIVIVO, das DiGA-Verzeichnis, die gematik
oder die WHO-Plattform ICTRP erlauben technisch keine verlinkbaren Ergebnisadressen; viele
moderne Verzeichnisse laufen vollständig im Browser und kennen keine Ergebnisadresse mehr.
Der Klick führt auf die Startseite, der Begriff ist dort erneut einzugeben.
- Lizenz nötig (11) — Scopus, Web of Science, Embase, CINAHL, PsycInfo und
Inspec setzen einen institutionellen Zugang voraus.
Diese Unterscheidung erspart die Enttäuschung, hinter einer vermeintlichen Suche auf einer
Bezahlschranke zu landen — und macht transparent, wo die Grenzen frei verfügbarer Recherche
verlaufen. Ein Filter blendet auf Wunsch nur die frei zugänglichen Datenbanken ein.
Deutsch suchen, international finden
Internationale Datenbanken kennen keine deutschen Fachbegriffe. Wer „Elektronische
Patientenakte" eingibt, findet in PubMed nichts. Der Hub übersetzt deshalb 156
Fachbegriffe automatisch: Deutschsprachige Datenbanken behalten Ihren Begriff,
internationale bekommen den Ausdruck, unter dem sie tatsächlich verschlagworten.
Maßgeblich ist dabei nicht das Wörterbuch, sondern die Indexierungspraxis. „Elektronische
Patientenakte" wird zu electronic health record, „Klinische Entscheidungsunterstützung"
zu clinical decision support, „Erklärbarkeit" zu explainable artificial
intelligence. Umgekehrt bleibt stehen, was auch im deutschen Fachdeutsch englisch ist:
Machine Learning, Usability, Workflow. Die Ergebniszeile zeigt jeweils, welche Fassung
verwendet wurde; ein Schalter stellt die Übersetzung ab.
Fehlt ein Begriff, sagt die Seite das offen — und bietet an, ihn der Redaktion zu melden.
Das Verzeichnis wächst so mit dem, was tatsächlich gesucht wird.
Boolesche Operatoren
AND, OR und NOT funktionieren nicht
überall gleich. Wir haben es einzeln nachgemessen und kennzeichnen das Ergebnis auf jeder
Kachel: geprüft und wirksam, geprüft und unwirksam — oder ungeprüft, wo der Anbieter eine
automatisierte Prüfung nicht zulässt. Ungeprüftes zählt dabei nie als „kann es".
Neu in PubMed: täglich kuratiert
Über die Suchfunktion hinaus liefert der Hub einen redaktionellen Mehrwert. In der rechten
Spalte steht eine täglich aktualisierte Auswahl aktueller Publikationen zu digitalen
Anwendungen und Künstlicher Intelligenz in der Gesundheitsversorgung, jeweils mit deutscher
Zusammenfassung.
Die Auswahl folgt drei Kriterien. Das wichtigste ist die Übertragbarkeit auf
Deutschland: Bei sonst gleicher Qualität geht die übertragbare Studie der aktuelleren
vor. Hier zählen zwei Achsen zugleich. Strukturell — Länder mit ähnlichem
Gesundheitssystem stehen vor denselben Umsetzungsfragen; Estland und Dänemark zeigen, was
möglich ist, nicht, was hier morgen umsetzbar wäre. Regulatorisch — KI-Verordnung,
Medizinprodukterecht und Gesundheitsdatenraum setzen in Europa einen eigenen Rahmen; eine
US-Zulassung sagt über den Weg hierzulande wenig, über den klinischen Nutzen durchaus etwas.
Jede Studie trägt deshalb eine Zeile Übertragbarkeit, die in einem Halbsatz sagt,
worauf sie beruht.
Hinzu kommt der erkennbare Bezug zur Versorgung: Arbeiten, die ein Modell
nur entwickeln und an vorhandenen Daten durchrechnen, gehören ausdrücklich nicht dazu — und
ebensowenig solche, die maschinelles Lernen bloß als Auswertungsverfahren einer ganz anderen
Fragestellung benutzen. Das dritte Kriterium ist das Vorliegen konkreter quantitativer
Ergebnisse. Studien ohne belastbare Zahlen werden übersprungen. Zu jeder Studie erscheinen Autor, Journal,
Publikationsdatum, eine Einordnung der Fragestellung sowie ein hervorgehobener Ergebnisblock
mit den zentralen Kennzahlen. Ein Klick führt auf den Originaleintrag in PubMed.
Die Auswahl trifft eine KI aus den tagesaktuellen Neuzugängen der US-amerikanischen
National Library of Medicine. Damit deutsche Arbeiten sie zuverlässig erreichen, fragt der Hub
PubMed zweimal ab: einmal allgemein und einmal gezielt nach Arbeiten mit Bezug zu Deutschland
und Europa — nur ein knappes Sechstel aller Neuzugänge hat einen solchen. Nichts geht verloren: Unterhalb der aktuellen Auswahl sammelt
ein Archiv alle bislang vorgestellten Studien. Beides lässt sich als Word- oder
Excel-Datei herunterladen.
Warum ältere Daten in einer Tagesliste stehen
Ausgewählt wird nach dem Tag, an dem PubMed eine Studie aufnimmt — nicht nach
ihrem Erscheinungsdatum. Beide liegen oft Wochen auseinander: Eine im Juli erschienene
Arbeit kann erst im August indexiert werden. Wo das der Fall ist, nennt die Karte beide
Daten. An Wochenenden indexiert PubMed zudem kaum; dann bleibt die Auswahl näher am
Freitag.
Volltext beschaffen
Recherche endet selten mit der Trefferliste, sondern mit der Bezahlschranke. Eine eigene
Rubrik versammelt fünf Wege, die legal und ohne institutionellen Zugang gangbar sind:
- Nationallizenzen der DFG — Privatpersonen mit Wohnsitz in Deutschland
können sich kostenfrei registrieren und erhalten damit regulären
Volltextzugang zu dauerhaft lizenzierten Zeitschriftenarchiven. Wenig bekannt und der
praktisch wirksamste Hinweis dieser Rubrik.
- Unpaywall — findet legale Open-Access-Fassungen anhand der DOI.
- Open Access Button — sucht freie Fassungen und fragt sie notfalls bei
den Autoren an.
- subito — Direktlieferdienst wissenschaftlicher Bibliotheken.
- K10plus — Verbundkatalog als Grundlage für die Fernleihe.
Der Hub verweist ausschließlich auf Wege, die die Rechteinhaber selbst vorsehen.
Wer dahintersteht
Der Knowledge-Hub ist ein Angebot von Monitor Versorgungsforschung, dem
unabhängigen und interdisziplinären Fachorgan für Versorgungsforschung. Herausgeber ist
Prof. Dr. Reinhold Roski, die Chefredaktion liegt bei Peter Stegmaier; Verlag ist die
eRelation AG – Content in Health in Bonn.
Frei von irgendwelchen Einflüssen und Einflüsterungen gleich welcher Art
dafür sorgen, dass sich Versorgungsforschung zu einer Versorgungsforschungswissenschaft
fortentwickelt — zum Wohle aller Patient:innen.
Das Fachorgan verbindet Versorgungsforschung, Versorgungsmanagement, Wissenschaft und
Politik. Es spricht Versorgungsforscherinnen und -forscher auf wissenschaftlicher Ebene an,
im redaktionellen Teil ebenso Anwender und Verantwortliche aus Kassen, Politik und Industrie.
Seit 2015 erscheinen alle Artikel Open Access und damit kostenfrei.
Publikationsverhalten und Ethik folgen dem Code of Conduct for Journal Editors sowie
den Richtlinien des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger.
Der Knowledge-Hub führt diesen Gedanken fort: Er macht die Literatur auffindbar, statt sie
zu verwalten — und stellt das Ergebnis allen zur Verfügung, die damit arbeiten. Dieses Portal
ist das Schwesterangebot zum Knowledge-Hub Versorgungsforschung; beide sind gleich aufgebaut und
unterscheiden sich nur im Thema.
Frei zugänglich, ohne Anmeldung, ohne Tracking
Der Hub ist kostenfrei und ohne Anmeldung nutzbar. Er setzt keine Cookies,
bindet keine Analyse- oder Trackingdienste ein und erhebt keine
personenbezogenen Daten. Die Seite lädt nichts von fremden Servern nach — Schriften und Logo
liegen auf demselben Server wie das Portal.
Impressum und Datenschutzhinweise stehen im Fußbereich der
Startseite.
Ein lebendes Angebot
Die Liste der eingebundenen Datenbanken lässt sich erweitern, ebenso die thematische
Ausrichtung der täglichen Studienauswahl und das Suchglossar. Wir laden Sie ausdrücklich ein,
uns fehlende Quellen, unbrauchbare Verlinkungen oder Wünsche zur Schwerpunktsetzung
mitzuteilen — gern an info@m-vf.de.
Denn eine Recherchehilfe für dieses Feld ist genau so gut wie die Praxis, aus der heraus
sie mitgestaltet wird.
Zur Suche im Knowledge-Hub